Wir schützen kleine Wüstenblumen!

Gegen Genitalverstümmelung
Für Frauen- und Kinderrechte

"Hurra! Wir sind unversehrt!"

Schulmädchen einer Klasse mit ihren Unversehrtheits-Zertifikaten nach der jährlichen medizinischen Kontrolluntersuchung auf dem Schulhof unseres Förderprojekts.

Die Entwicklungszusammenarbeit von TABU INTERNATIONAL in Deutschland und CAFGEM in Kenya zeigt messbare Erfolge und ist bisher weltweit einmalig. Wir danken allen unseren Förderern, die diese Maßnahmen möglich machen (s. weiter unten).

Die Vereinsvorsitzende von TABU INTERNATIONAL Ulla Barreto ist u. a. Botschafterin für intaktiv - eine Stimme für genitale Selbstbestimmung http://intaktiv.de/wir-ueber-uns/botschafter/ und empfiehlt zur (theoretischen) Prävention und Information:

Schlagwort-Archive: Schulbuch

Neuer Buchtipp #2

9. Januar 2015Allgemein, , ,

Quelle: Lupo / pixelio.deUnsere Bücherliste wurde um einen weiteren neuen Buchtipp ergänzt:

Das Projekt Schulbuch-O-Mat hat eine neue Version des elektronischen Schulbuches Biologie 1 für die 7. und 8. Klasse herausgebracht, das alle Pflichtinhalte des Berliner Rahmenlehrplans abdeckt. Das ursprünglich im Sommer 2013 veröffentlichte „Biologie 1“ ist das erste deutschsprachige Schulbuch nach dem Prinzip der Open Educational Resources (OER) und kann auf schulbuch-o-mat.de kostenfrei als E-Book oder PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Doch „Biologie 1“ ist nicht nur technisch innovativ. Erstmalig in einem deutschen Schulbuch werden, in den Kapiteln „Geschlechtsidentität und Körperbild“ und „Die Geschlechtsorgane“, auch Fragen der genitalen und sexuellen Selbstbestimmung von Mädchen, Jungen und Intersexuellen ausführlich behandelt.

Zu den Buchtipps von intaktiv.

 

 

Prävention von Genitalverstümmelung an Mädchen

BRD und EU

Auch in Deutschland und der EU werden Mädchen aus Migrantenfamilien vor Genitalverstümmelung noch immer nicht nachweislich geschützt. Das bezieht sich nicht nur auf Familien in schwebenden Asylverfahren, sondern auch auf bereits eingebürgerte Familien, die aus Überzeugung und Gewohnheit an diesem schädlichen Brauch festhalten. Die Einführung eines Präventionsprogramms für gefährdete Mädchen in Deutschland und der EU ist deshalb dringend notwendig. Menschenrechtsorganisationen schätzen bis zu 50.000 betroffene bzw. gefährdete Mädchen allein in Deutschland. Das Kapitel "Genitalverstümmelungen dürfen nicht geduldet werden" aus dem Buch "Ich klage an" von Ayaan Hirsi Ali, ISBN 3-492-04793-9, ehemalige Abgeordnete des holländischen Parlaments, hat uns überzeugt, dass einzelnen MitarbeiterInnen in öffentlichen Einrichtungen keine Verantwortung dafür übertragen werden kann, diese ritualisierte Gewalt an weiblichen Kindern zu verhindern. Aufklärende Gespräche sind nur ein Appell, dessen Wirkung durch fehlende Kontrolluntersuchungen (z. B. durch eine Verbesserung der Vorsorgeuntersuchungen) bisher nicht überprüfbar ist. Gerade in einem fremden Land halten Einwanderer oft aus Gründen der Angst vor Identitätsverlust stärker an ihren alten Gewohnheiten fest. Aus einer österreichischen Studie und Gesprächen mit Migrantinnen wissen wir heute, dass etwa 80 Prozent der Mädchen die hier in der Migration leben, immer noch dem schädlichen Ritual der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) unterworfen werden. Kaum jemandem fällt auf, wie die Kinder darunter zu leiden haben. Sie wurden gewaltsam verletzt, das Vertrauen zu ihren Eltern ist erschüttert, sie sind körperlich lebenslang geschädigt und traumatisiert. Darüber zu sprechen wurde ihnen strengstens untersagt - ist ein Tabu.

Genitalverstümmelungen sind Folter und deshalb Menschenrechtsverletzungen! Deshalb plädieren wir für flächendeckende verbindliche Vorsorgeuntersuchungen unter Einbeziehung der Genitalien für alle hier lebenden Kinder, die von der Bundesregierung gesetzlich festgeschrieben werden. Damit entfällt der Vorwurf eines sog. Generalverdachts, der in Deutschland keiner hier lebenden Bevölkerungsgruppe angelastet werden darf. Kinderschutz sollte für alle Kinder gelten, ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Der Staat hat seiner Schutzpflicht nachzukommen, die nicht länger unverbindlich bleiben sollte.

Runder Tisch FGM-Dortmund

Der Runde Tisch FGM Dortmund hat sich dort, wo es um die Verstümmelung der weiblichen Genitalien sowie die damit einhergehenden gravierenden Spätfolgen geht, der Aufklärungsarbeit, Unterstützung für betroffene Frauen und der Präventionsarbeit für noch nicht betroffene Kinder verschrieben. Konkret wird an der lokalen Entwicklung von Hilfe- und Beratungsangeboten für betroffene Mädchen und Frauen gearbeitet, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen.

Folgende Institutionen sind Mitglied am Runden Tisch:

TABU INTERNATIONAL eV, Arbeiterwohlfahrt (AWO) Unterbezirk Dortmund, Dortmunder Mitternachtsmission, Beratungsstelle Westhoffstraße, Sozialdezernat der Stadt Dortmund, Gesundheitsamt, Jugendamt, Ordnungsamt, Polizei Kommissariat Opferschutz, Staatsanwaltschaft.

Das gibt Hoffnung!

Prävention in unserem Förderprojekt CAFGEM in Kenia:

Was bisher weltweit einmalig in unserem Förderprojekt CAFGEM in Kenia durchgesetzt wurde, sollte erst recht in einer Demokratie möglich sein, deren Grundgesetz auf der Einhaltung von Menschenrechten basiert.

Die Arbeit des leitenden Frauen-Teams bei CAFGEM stößt zwar immer mal wieder auf Schwierigkeiten, die durch ehemalige Beschneiderinnen oder einzelne ungebildete Männer und Frauen oder religiöse Fanatiker hervorgerufen werden, doch hält das CAFGEM-Team bisher unbeirrbar an dem seit 2003 beschrittenen Weg fest. In unseren Förderprojekten werden jährlich die Kontrolluntersuchungen der Kindergarten- und Schulmädchen mithilfe von lokalen Autoritäten und den Eltern der hier aufgenommenen Kinder durchgeführt. Medizinisch ausgebildetes Personal einer staatlichen Health Station führen diese Unversehrtheitskontrollen durch. Die Projektleiterin von CAFGEM und eine Lehrerin der Projektschule begleiten die Mädchenklassen zur Untersuchung. Wenn alle Mädchen teilgenommen haben, wird auf dem Schulhof für alle Kinder und ihre Eltern ein Fest veranstaltet, bei dem einige hundert Essen ausgegeben werden.

Die Genital Health Check-ups und das Fest werden mit Spenden über TABU e.V. finanziert. Sie können uns mit Ihrer Zuwendung dabei helfen, dass sie jährlich regelmäßig durchgeführt werden können. Damit helfen Sie nicht nur einem Kind sondern großen Gruppen, die sich als unversehrte Mädchen jährlich in der Projektregion vergrößern und an Akzeptanz gewinnen. Der hier beschrittene Weg ist vorbildlich.

 

Buchen Sie unsere ...

 

 

Videos

Video

Maria Nareku, CAFGEM,
zu den Unversehrtheitskontrollen (Genital Health Check Ups)

SPENDEN

Wir sind ein gemeinnütziger Verein.
Schützen Sie mit uns Kinder vor ritualisierter Gewalt. Realisieren sie gemeinsam mit uns Bildungseinrichtungen zu bauen. Sie helfen unserem Förderprojekt in Kenya mit Spenden oder dauernden Fördermitgliedschaft, ab 60 € jährlich/5 € mtl. ohne Kündigungsverpflichtung.

Simples Verfahren:

Mit unserer SteuerNr. 314/5702/4953 gilt auch ihr Bankauszug beim Finanzamt bis zu 200 € als Spendenquittung.

Sparkasse Dortmund
IBAN: DE73440501990211014164
BIC/Swift-Code: DORTDE33

 

Kenya: Ein Maasai-Vater unterschreibt die Einverständniserklärung für die genitalen Check-ups seiner Töchter bei der Aufnahme in die von uns geförderte Projektschule.

Krankenschwester Rose ruft die Mädchen zur Untersuchung auf.

CAFGEM-Schülerinnen bei der Medic Station warten auf ihre Genital Check-ups.

Lehrerin Agnes M. begleitet die Kinder

Check-up durch Krankenschwester Rose in der staatlichen Medic-Station.

Die Mädchen präsentieren ihre Zertifikate der Unversehrtheit nach den Check-ups.

Auf dem Schulhof: Unversehrt lebt es sich besser!

 

Alle Fotos copyright TABU e.V. - wiederrechtliche Nutzung wird strafrechtliche verfolgt.